Mittwoch, 5. Juni 2013

Rückschau: Lesung am 06. Juni:
SVEN KOCAR

[...] ich gab nicht auf, und sprach wenig später wieder eine vorbeigehende Frau mit den Worten an: „Entschuldigung! Können Sie mir sagen, wie spät es ist?“ Diese Frau, die immerhin kurz stehen blieb, erwiderte doch allen Ernstes: „Tut mir leid, ich habe kein Geld!“, bevor sie fluchtartig verschwand. [...]

Sven Kocar, Jahrgang 1980, ist gelernter Mediengestalter und hat sich im letzten Jahr als Fotograf und Autor nebenberuflich selbstständig gemacht. Solch merkwürdig anmutenden Reaktion erlebt er recht häufig, wenn er mit dem Rollstuhl unterwegs ist. Seine Kurzgeschichten erzählen von wahren Begegnungen mit Menschen, deren Verhalten ihm gegenüber man bestenfalls als abenteuerlich bezeichnen könnte. Natürlich würzt er seine Erlebnisse stets mit einer Priese Humor!

Die Lesung wird begleitet von einer Fotoshow mit Bildern des Autors. Da er aufgrund seiner körperlichen Einschränkungen, die Kamera ausschließlich mit den Füßen zu händeln vermag, entstehen meist völlig andere Blickwinkel, mit denen sich alltägliche Dinge in ungewohnter, fast rätselhafter Weise präsentieren lassen.

Sven Kocar · svocar.de
Ungewöhnliche Perspektiven in Bild und Text
am Donnerstag, 6. Juni 2013
ab 21.00 Uhr
im ORi
Friedelstraße 8
U-Bahnhof Hermannplatz

Montag, 6. Mai 2013

Rückschau: Lesung am 02. Mai: DIETMAR GUTH BASALT

„Wenn es für jeden Menschen eine Zeit gibt, der er ganz angehört, dann ist meine Zeit der letzte Augenblick vor dem Beginn, der erste Augenblick nach dem Ende.“

Der todkranke Vater hat sich aus der Großstadt in die ferne Provinz zurückgezogen, wo er einst mit seiner Familie gelebt hatte. Eines Tages ruft er an und behauptet: „Sie ist da.“ Er meint damit offensichtlich die im frühen Kindesalter des Sohnes verstorbene Mutter. Eine Ungeheuerlichkeit - ist der Vater verrückt geworden? Hat sich der Sohn verhört? Belastet durch den frühen Tod der Mutter, erschließen sich dem Sohn weder Ansichten noch Entscheidungen des Vaters, stehen unterschiedlich empfundenen Erinnerungen der Verständigung entgegen. Der Tod scheint zwischen beiden eine unüberbrückbare Lücke auch im Geist erzeugt zu haben. Immer wieder beginnen sie den Dialog. Immer wieder offenbart sich der Widerspruch, den der Vater mit dem letzten Mittel überbrücken will. Basalt ist die Geschichte einer ungewöhnlichen Vater-Sohn-Beziehung und die Geschichte der ewigen Suche nach Nähe und Zuneigung.

Dietmar Guth, geboren 1959, studierte Gemanistik, Philosophie und Literaturwissenschaft in Freiburg, begann in den 80er Jahren Hörspiele zu schreiben, insbesondere für Radio Bremen und den Bayerischen Rundfunk. Seit 2006 lebt er in Mecklenburg. Seine Novelle Basalt ist 2012 im Verlag edition m erschienen. Es ist der 8. Band der Bibliothek Mecklenburg-Vorpommern, die vom Literaturhaus Rostock herausgegeben wird.

DIETMAR GUTH
BASALT
am Donnerstag, 02. Mai 2013
ab 21.00 Uhr
im ORi
Friedelstraße 8
U-Bahnhof Hermannplatz

Rückschau: Lesung und Film am 18. April: WAS BILDET IHR UNS EIN?

30 junge Autor_innen haben in dem Buch WAS BILDET IHR UNS EIN? über ihre Hürden im Bildungssystem geschrieben. In Essays und Selbstporträts schildern sie, woran sie gescheitert sind, fast gescheitert wären oder wo sie Probleme im Bildungssystem sehen. Mit dem Buch will die gleichnamige Initiative WAS BILDET IHR UNS EIN? der jungen Generation eine Stimme geben und sich in die Bildungsdebatte einmischen. Das Ziel ist nichts Geringeres als die Bildungsrevolution.

Es lesen und diskutieren:
Susanne Czaja aus Wenn der Migrationshintergrund zum Vordergrund wird
Stella Tauber aus Ich kämpfte mich durch's Abendabitur, um an der Uni zu scheitern
Moderation: Bettina Malter, Herausgeberin von WAS BILDET IHR UNS EIN?

Außerdem wird der Kurzfilm ganztags - Stimmen aus dem Schulalltag gezeigt, in dem Berliner Schüler_innen über ihre Erfahrungen mit der Ganztagsschule sprechen.
Die Macher des Filmes freuen sich auf spannende Fragen und Diskussionen im Anschluss: Susanne Czaja, Bettina Malter, Rainald Manthe und Bernhard Strubel.

WAS BILDET IHR UNS EIN?
Lesung und Film
am Donnerstag, 18. April 2013
ab 21.00 Uhr
im ORi
Friedelstraße 8
U-Bahnhof Hermannplatz

Dienstag, 2. April 2013

Rückblick: Lesung am 04. April: MOTZMANN und andere Zustände

Textminiaturen erzählen als Momentaufnahmen mit subtilem Humor vom Alltag in einer Großstadt. Die gesammelten Details gelebter und erlebter Zustände werden poetisch reflektiert: Etwa die ungehaltene Rede eines ungehaltenen Mannes, der den Zustand unseres alltäglichen Wahnsinns hinterfragt.
Hagen Damwerth’s musikalische Improvisationen auf verschiedenen Instrumenten verschmelzen mit den Texten von Antje Jülich zu Collagen aus Worten und Tönen, die sich wechselseitig vorantreiben, und verführen zugleich mit ihren ganz eigenen Assoziationen zum Hören.

(…) Doch immer ist da
Etwas
Das mich unglaublich angeht
Etwas
Was mir unglaublich nahe geht
Etwas
Dem ich nahe komme
Etwas
Auf seine Weise rüttelt mich
Wach (…)

MOTZMANN und andere Zustände
Eine musikalische Lesung
mit Antje Jülich (Text) & Hagen Damwerth (Musik)
am Donnerstag, 04. April 2013
ab 21.00 Uhr
im ORi
Friedelstraße 8
U-Bahnhof Hermannplatz

Samstag, 23. Februar 2013

Rückblick: Lesung am 07. März: LIVE-HÖRSPIEL THE BEST OF RENKA and ASKA - GESANGSGRUPPE OBERMAIER " schwar di-ri "

Die Metropolinnen Renata Borowczak und Johanna Rubinroth lesen live die Lieblings-Stücke aus ihrer Hörspielserie „Kick, Krieg und Katastrophen“. Die Quint-Essenz deutsch-polnischer Beziehungen auf den Punkt gebracht. Schonungslos, live und wahrhaftig. Mit Dia-Show.
Die beiden Polinnen leben in Berlin. Arbeiten für Hörfunk und TV.

Für die musikalische Untermalung sorgt die Gesangsgruppe Obermaier: Dreistimmiger Gesang aus dem alpenländischen Raum.

LIVE-HÖRSPIEL THE BEST OF RENKA and ASKA
GESANGSGRUPPE OBERMAIER " schwar di-ri "
am Donnerstag, 07. Februar 2013
ab 21.00 Uhr
im ORi
Friedelstraße 8
U-Bahnhof Hermannplatz

Samstag, 22. Dezember 2012

Rückschau: Lesung am 21. Februar: MORITZ ROSS und GEORG BÜTOW PRESS F13 FOR A SURPRISE

Das wirkliche russische Roullette, das russische Roulette für Kenner, ist ja, das dreckige unter den Nägeln essen, wenn man ein Paar Tage nicht geduscht hat. Da weiß man gar nicht was kommt: Mal ist es bitter, mal ist es süß, vielleicht ist es lecker, vielleicht aber auch ein Farbrest aus der Sprühdose (mal probieren) oder man hat im Wald einen Eber gekratzt und hat seinen Schorf unter dem Nagel, oder man hat seine Hände wer weiß wo gehabt. Die ganzen Western- und Vietnamfilme sind doch „ULTRA“- Zigaretten, verglichen mit dem, was selbst so ein durchschnittlischer unter- 10- Jähriger (auch bakteriell ) gesehen unter dem Nagel mit nach Hause bringt. Trotzdem hat die Demonstration dieser schlüssigen Theorie an der Hand des kleinen Lukas aus dem 3. Stock eine saftige Belästigungsklage seiner überreizten Mutter eingebracht. Aber das stört nicht. Er weiß, dass die Entdecker, die, die auf zu neuen Ufern brechen, sich erst einmal ganz schön durch den Dschungel kämpfen müssen, die Lianen des Bürgertums mit der Machete ausmerzend, und dass der Ruhm dann nach kommt, vielleicht sogar erst Posthum oder gar Postmortem. Wie zum Beispiel bei Heinrich von Kleist. Der hätte den Deer Hunter wohl auch knackiger strukturiert. Knackig, denkt sich Waldo, wie ein kleines Häuflein frisch geschnittener Zehnägel. Aber die hat er schon den Graupapageien gegeben, zwecks verbesserter Knochenmarksbildung, also nichts zu Knabbern, während der Christofer Walken sich die Knarre an den Kopf hält. Mensch, kuckt der verrückt. Da muss Waldo lachen. Ihm ist ein Witz eingefallen: Im Internet stand: Drücken Sie F13 für eine Überraschung. Na, probieren Sie das mal aus!
(aus: Georg Bütow, "WALDO. Ein komischer Vogel")

MORITZ ROSS und GEORG BÜTOW
PRESS F13 FOR A SURPRISE
Textcollage aus Kurzgeschichten, Reisetagebüchern und Beschwerdebriefen aus der Hand von/ an Moritz Ross und Georg Bütow. Serviert mit analoger Musik.
am Donnerstag, 21. Februar 2013
ab 21.00 Uhr
im ORi
Friedelstraße 8
U-Bahnhof Hermannplatz

Rückschau: Lesung am 07. Februar: MELINA VON GAGERN TAG- UND NACHTGEDANKEN EINER HUNDERTJÄHRIGEN

Im Sommer 2012 starb Ursula Passier, geboren 1909. Sie hinterließ in ihrer Wohnung, in der sie 56 Jahre gelebt hat, unzählige Zettel und Notizen aus den letzten Jahren. Ihre Enkelin Melina von Gagern gibt lesend Einblicke in das Leben allein im Alter.

Melina von Gagern lebt als freie Schauspielerin in Berlin.

MELINA VON GAGERN
TAG- UND NACHTGEDANKEN EINER HUNDERTJÄHRIGEN
am Donnerstag, 07. Februar 2013
ab 21.00 Uhr
im ORi
Friedelstraße 8
U-Bhf. Hermannplatz