Donnerstag, 12. August 2010

Rückschau: Lesung am 02. Dezember: SARAH MONDEGRIN - BERLIN AM MEER



Zur falschen Zeit am falschen Ort - und trotzdem genau dort ankommen, wohin man gehört? Kann das funktionieren? Was geschieht, wenn sich eine Berliner Hundefriseurin zwischen den Plüschkissen einer Hotel-Lobby in Bournemouth verliebt und eine Engländerin daraufhin nach Berlin fährt, ohne genau zu wissen, was sie eigentlich sucht, erzählt Sarah Mondegrin in Berlin am Meer. Es ist eine Wintergeschichte mit doppeltem Boden - eine Reise in die Vergangenheit der 60er Jahre, die im Berlin von heute landet.

Sarah Mondegrin ist freie Autorin und schreibt für den Querverlag. Außerdem gestaltet sie neben Schreibwerkstätten auch ambulante Lesungen wie Kafka mit der Milchkanne - in Grün, auf denen sie an Originalplätzen in Steglitz den Alltag von Franz Kafka und Dora Diamant literarisch und historisch zum Leben erweckt.

SARAH MONDEGRIN - BERLIN AM MEER
am Donnerstag, 02. Dezember 2010
ab 21.00 Uhr
im ORi
Friedelstraße 8
U-Bahnhof Hermannplatz

Rückschau: Lesung am 25. November 2010: GEORG WEISFELD



Genie und Wahnsinn liegen bekanntlich eng beieinander. Trotzdem weiß niemand so genau, wo eigentlich die Grenze zwischen dem einen und dem anderen verläuft. Das gilt für andere Dinge auch: zum Beispiel für Comedy oder Kabarett. Georg Weisfeld kümmert es allerdings nicht sonderlich, ob er nun das eine oder andere macht. In jedem Fall legt er dabei Genialität und Einfallsreichtum gepaart mit Größenwahn und Arroganz an den Tag. Auisgestattet mit einem Übermaß an diesen Kardinaltugenden präsentiert Georg Weisfeld eine Mischung aus Comedy, Comic Mime, Slam-Literatur, Trashcomedy und Magie, und das in so unterschiedlichen und urmenschlichen Themenfeldern wie Berufswahl, Kinderbetreuung, Freizeitgestaltung und Sportberichterstattung.

Georg Weisfeld ist mit seiner "Amy-Winehouse-(wahlweise auch "Yul-Brunner"- oder "Teddy-Salavas")-Gedächtnisfrisur" als erfolgreichster Kleinkünstler aus dem Nord-Osten Neuköllns bekannt. Inzwischen hat er sich auch über die Grenzen seiner Wahlheimat hinaus Ruf und Wiedererkennungswert erworben, etwa mit den Dienstagspropheten und den Brutusmördern. "Absolut sehenswert" urteilte die Presse über seine Solo-Programme mit der inzwischen legendären Kleiderbügel- und Godzilla-Nummer. Dass er auch "ein Meister der leisen Töne" ist, beweist schon der Titel seines ersten Solo-Programms Komm lass uns Panzer fahren. Unübertroffen bleibt freilich der Titel seiner subtil-brachialen Leseshow Formerly known as “Räum deinen Killerwal weg!“, die ergreifende Kurzgeschichten über Liebe, Rache und Streicheltiere enthält. Bei den humoristischen Gedankenausflügen mit dem Pantoffelhelden der skurrilen Kleinkunst bleiben Überraschungseffekte freilich nicht aus. Kurz gesagt: "der optische und akustische Kontrapunkt zum gängigen Komedyprogramm!"

GEORG WEISFELD
am Donnerstag, 25. November 2010
ab 21.00 Uhr
im ORi
Friedelstraße 8
U-Bahnhof Hermannplatz

Rückschau: Lesung am 18. November: PATRICK HOFMANN DIE LETZTE SAU



Samstag, 5. Dezember 1992. Muckau, ein Dorf südlich von Leipzig. Weder Wende noch Wiedervereinigung haben den Tagebau zum Stillstand gebracht. Obwohl der Zusammenbruch der Braunkohleindustrie absehbar ist, drehen sich die Schaufelräder weiter, haben sich die Bagger bis an die Ortschaft herangefressen, deren Bewohner seit einem Jahr umgesiedelt werden. Die alten Schlegels sind die letzten. Ihr Abschied von Haus und Hof steht kurz bevor. Deshalb ist die Familie zusammengekommen, um Albrechts letztes Schwein zu schlachten. Am frühen Morgen erscheint jedoch kein Schlachter, sondern eine Schlachterin und schlägt die drei Generationen dieser einst systemtragenden ostdeutschen Familie in ihren Bann. Patrick Hofmanns derb-komischer Debütroman schildert das Schicksal einer Familie in einer Region, die wie keine zweite deutsche im 20. Jahrhundert von radikalen gesellschaftlichen, ideologischen, industriellen und landschaftlichen Umwälzungen heimgesucht wurde. Stück für Stück werden mit dem Schwein die deutsche Geschichte und die kommunistische Utopie zerlegt und verarbeitet – ein Auflösungsprozess, der auch vor der Familie nicht Halt macht.

Patrick Hofmann wurde 1971 in Borna geboren. Das Abitur machte er noch in der DDR, Zivildienst schon in der BRD. Er studierte Philosophie, Germanistik und Geschichte in Berlin, Leipzig, Moskau und Straßburg und promovierte über Edmund Husserl: Phänomen und Beschreibung, erschienen 2004 im Wilhelm Fink Verlag. Die letzten sieben Jahre lebte er in Athen, wo er u. a. in der Autovermietungsbranche, als Journalist, Chauffeur, freiberuflicher Übersetzer und Deutschlehrer tätig war. In Sinn und Form veröffentlichte er 2008 Drei Erzählungen. Die letzte Sau, erschienen 2009 im Verlag Schöffling & Co., ist seine erste belletristische Buchveröffentlichung. Patrick Hofmann lebt mit seiner Familie in Berlin. 2010 wurde er mit dem Robert-Walser-Preis ausgezeichnet.

»Ein erstaunlich gelungenes Buch – von einem Autor, der so entschlossen und originell debütiert, ist noch einiges zu erwarten. Es wäre schade, wenn diesen Erstling kein Schwein läse.«
Michael Martens, Frankfurter Allgemeine Zeitung

PATRICK HOFMANN DIE LETZTE SAU
am Donnerstag, 18. November 2010
ab 21.00 Uhr
im ORi
Friedelstraße 8
U-Bahnhof Hermannplatz

Rückschau: Konzert am 12. November: TRAILHEAD - THE ROAD TO SALAMANCA



Trailhead, das Projekt des Berliner Songwriters Tobias Panwitz, ist eine Seltenheit in der deutschen Musikszene. Er kombiniert feinfühligen, energiegeladenen Folkrock mit bildstarken Inhalten, wie es hierzulande nur wenige englischsprachige Musiker tun. Beeinflusst durch ausgedehnte Reisen durch Europa und Nordamerika, bewegt sich Trailhead musikalisch und textlich in einem ungewöhnlich weiten Spektrum von Emotionen und Melodien.

Einflüsse der 60er und 70er Jahre, wie auch aktueller Alternativ-Country Bands finden in diesen Songs, in Panwitz’ countryesque Gitarre, gelegentlichem Klavierspiel und seinem warmen, atmosphärischen Gesang. Ein erdiger, melodischer Americana - Sound, der Vergleiche mit Musikern wie Crowded House, Tom Petty, Ron Sexsmith, Neil Young und den Beatles aufkommen lässt.

TRAILHEAD - THE ROAD TO SALAMANCA
am Freitag, 12. November 2010
ab 21.00 Uhr
im ORi
Friedelstraße 8
U-Bahnhof Hermannplatz

Rückschau: Lesung am 11. November: ELISABETH WIRTH



Kurzgeschichten über das Leben, die Liebe, das Straucheln und Sich-Fangen, über das Hoffen, über Glück und Unglück liest Elisabeth Wirth. Ihre Protagonisten sind (fast immer) jung und auf der Suche, lebenshungrig und ängstlich, im Werden begriffen. Ihre Texte sind filmisch, bildreich, traurig und komisch zugleich und gespickt mit Momentaufnahmen, so dass sich der Zuhörer zuweilen beim Gedanken ertappt, genau das genau so bereits zu kennen.
Elisabeth Wirth wurde 1985 in Berlin geboren. So spielt die Stadt in ihren Texten auch (fast immer) eine Rolle. Sie schreibt den M29-Blog für die taz und arbeitet für DAS MAGAZIN. Seit 2008 bietet sie Workshops und Projekte für Kreatives Schreiben an Berliner Schulen und in Maßnahmen für arbeitslose Jugendliche an, auch über Berlin hinaus.

ELISABETH WIRTH
am Donnerstag, 11. November 2010
ab 21.00 Uhr
im ORi
Friedelstraße 8
U-Bahnhof Hermannplatz

Rückschau: Konzert am 06.November: HOLGER SAARMANN - SO KÜSSTE MICH MEINE FRISEUSE



Als Lyriker und Komponist führt Holger Saarmann seine Hörer auf Schleichwegen quer durch die Jahrhunderte geradewegs zum Mittelpunkt des Seins. Immer wieder werden seine virtuosen Gitarrenlieder zu Hits auf den Nebenstraßen-Bühnen Berlins, wo sie auf seltene Weise die populären Hörgewohneiten unserer Tage irritieren: Da begegnen sich Dowland und Dylan, Bach und Bacharach. Da verschmelzen Kunstlied und Klezmer, Ballade und Bluegrass. So lässt der Liederpoet und Liedersammler nicht nur Chansonkenner und Folkfreunde aufhorchen; er besteht sogar vor klassisch verwöhnten Ohren. Eine Verbindung, die 2007 beim BR-Festival Songs an einem Sommerabend mit dem Nachwuchsförderpreis ausgezeichnet wurde.

Neben den romantischen Erfahrungen im unterbezahlten Dienstleistungsgewerbe widmet sich Saarmann seinen Gefühlen für die Frauen auf dem Bahnsteig gegenüber, den Treppen seiner Biographie, der Kunst, im Rauch brennender Liebesbriefe zu lesen, den pensionierten Butzemännern in vergessenen Kammern und anderen Alltäglichkeiten einer Welt, die manchmal frappierend an die wirkliche erinnert.

NachtundNebelNeukölln 2010
HOLGER SAARMANN - SO KÜSSTE MICH MEINE FRISEUSE
am Sonnabend, 06.11.2010
ab 21.00 Uhr
im ORi
Friedelstraße 8
U-Bahnhof Hermannplatz

Rückschau: Puppentheater am 05. November 2010: BURKHARD BEHRING - GESABBELTE WERKE



Burkhard Bering ist Deutschlands erster Comic-Fabulator. Was ihn von Mario Barth unterscheidet, ist klar: Wenn Burkhard nämlich im Olympiastadion vor 70000 Leuten spielen wollen würde, dann würden etwa 50000 Flaschen in den ersten zwei Minuten auf die Bühne geflogen kommen. Der Pfandwert würde die Gage von Mario Barth für die ersten zwei Minuten ganz locker übersteigen. Burkhard Behring kommt aus Friedrichshain und geht ab und zu in die Pasta-Bar und ißt Pasta da. Neulich hatte die Pasta-Bar keine Pasta da... was tut man da? ...ganz zufällig ist um die Ecke noch eine Rasta-Bar...

Die Gesabbelten Werke von Burkhard Behring handeln teils vom Alltag, teils von übermenschlichen Geschehnissen - etwa wie die Klingonen die den Reichstag abschiessen und danach mit King-Kong ein Bier trinken gehen... Schräge Geschichten, ziemlich trashig und ziemlich nonkonform.

BURKHARD BEHRING - GESABBELTE WERKE
am Freitag, 05. November 2010
ab 21.00 Uhr
im ORi
Friedelstraße 8
U-Bahnhof Hermannplatz