Dienstag, 8. Oktober 2013

Rückschau: Lesung am 19. September: Das NaRr - Schweizer Kochkunst live gelesen

Das NaRr:
Ein garstiger Herbstmorgen. Drei Studenten der Germanistik stehen nach einer Goethe-Vorlesung im nassen Wind, rauchen und diskutieren über die junge Schweizer Literaturszene. Es fehlen Möglichkeiten zum Austausch und Veröffentlichen - die Lösung: ein neues Literaturmagazin, das jungen Autorinnen und Autoren eine Plattform bietet, Lesungen organisiert und bei der Vernetzung hilft. So gründen Lukas Gloor, René Frauchiger und Daniel Kissling das NaRr: im Sommer 2011 erscheint die erste Ausgabe, über 100 Autorinnen und Autoren aus der Schweiz, Deutschland, Österreich und der Türkei hat das NaRr seither in acht Ausgaben veröffentlicht.

Im Winter 2012 erschien die erste Sondernummer, das NaRr Koch Les Buch. 21 AutorInnen schrieben frische Texte zu 21 virtuosen, von zwei Köchinnen eigens kreierten Rezepten. Die Idee dahinter: Beim Kochen entstehen Wartezeiten. Das Hühnchen muss garen, der Teig aufgehen, die Sauce kalt werden. Was tun in dieser Zeit? Lesen! Finanziert durch Crowdfunding hat sich das literarisch-kulinarische Experiment bis anhin im Eigenvertrieb rund 500 Mal verkauft!

Und auch 2013 wagt das NaRr sich in neue Gefilde vor, will junge Literatur noch mehr mit dem Alltag verknüpfen. Das Instrument dazu soll die NaRrgenda 2014 sein. Ein Buch, das einen das ganze Jahr über begleiten soll, das man immer dabei, in das man seine Termine schreibt und in dem man liest, wenn man gerade Zeit hat. Die NaRrgenda wurde wiederum via Crowdfunding finanziert und erscheint im Oktober 2014.

Die Lesenden:

Kristina Schippling, geboren 1983 in Halle/Saale, Doktorandin an der Martin-Luther-Universität Halle und nebenberuflich freischaffende Künstlerin - Schriftstellerin, Schauspielerin und Regisseurin. Veröffentlichungen in Anthologien und Literaturzeitschriften. Ihr literarisches Debüt Meine drei Gesichter erschien beim Mitteldeutschen Verlag.

Doris Wirth, 1981 in Zürich geboren, wohnhaft in Berlin, studierte Germanistik, Filmwissenschaft und Philosophie. Ihre Erzählungen wurden mehrfach ausgezeichnet und in Magazinen und Anthologien veröffentlicht, zuletzt When we were walking in der Literaturzeitschrift SALZ. Im Herbst 2012 ist sie Stadtschreiberin in Rottweil. Im April erschien ihr Erzählband Ausgekippt im All.

Jan Decker, 1977 in Kassel geboren, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Er schrieb Theaterstücke mit Uraufführungen am Staatstheater Nürnberg und dem Theater Vorpommern sowie zahlreiche Hörspiele und Features. 2012 Spreewald-Literatur-Stipendium und Literaturpreis Prenzlauer Berg. Sein Buch Eckermann erschien im selben Jahr mit Zeichnungen von Kay Voigtmann in der Edition Ornament.

Clemens Schittko, 1978 in Berlin/DDR geboren, ist ausgebildeter Gebäudereiniger und Verlagskaufmann. Nach einem abgebrochenen Studium der Literatur-, Musikwissenschaft und Philosophie arbeitete er u.a. als Fensterputzer und Lektor. Seine Lyrik wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Lauter niemand preis für politische Lyrik 2010. Neben unzähligen Veröffentlichungen in Literaturmagazinen, -zeitschriften und Anthologien sind von ihm u.a. bisher erschienen: Und ginge es demokratisch zu, Manifest der Nachhut und Who is who / is who or what.

Rüdiger Saß, geboren 1966, Soziologe, wohnhaft in Hamburg, zuletzt erschienen: Das nervöse Zeitalter.

Daniel Kissling, geboren 1987, seit Februar 2013 Geschäftsleiter des Kulturlokals gleich hinter dem Bahnhof Olten. 2011 gründete er gemeinsam mit René Frauchiger und Lukas Gloor das Literaturmagazin „NaRr“. Daniel Kissling betätigt sich als Kulturveranstalter, Musikjournalist beim Online-Magazin Metal Factory, Buchtipp-Geber beim Oltner Kulturmagazin KOLT, schreibt Prosa, vornehmlich Kurzgeschichten, Miniaturen und Kolumnen, und mixt Drinks.

Das NaRr Koch Les Buch im ORi Berlin
Schweizer Kochkunst live gelesen
am Donnerstag, 19. September 2013
ab 21.00 Uhr
im ORi
Friedelstraße 8
U-Bahnhof Hermannplatz

Dienstag, 27. August 2013

Rückschau: Lesung am 29. August: ALBERT TULLIO LIEBERG
DER DREIECKIGE MENSCH

Petas Körper besteht aus einem Dreieck mit zwei gleichschenkeligen Seitenlinien, aus denen zwei schmächtige Ärmchen wachsen. Unter der Grundlinie hat er noch zwei dünne Beinchen. Weil Manfred ihn darum gebeten hat, stellt Peta Auszüge aus seinem Tagebuch zusammen und kommentiert damit seine Krisen, Leidenschaften und Wahnvorstellungen: Die harmlose Stuckleiste an seiner Zimmerdecke, die sich plötzlich in einen schweren Gegenstand aus Gußeisen verwandelt und auf ihn herabfällt. Die Aggression an einer alten Frau beim Schwimmen im Stadtbad. Die morgendliche Busfahrt zur Arbeit, auf der er sein Leben verwettet, weil der Bus es nicht schafft beim nächsten Grün über eine Ampel zu kommen. Das Schwangerschaftserlebnis auf dem Spielplatz unter schwangeren Müttern. Die kleine Halbschwester Evi, die sich weigert Peta als dreieckigen Gegenstand zu malen. Der Fiebertraum, der nach Jahrzehnten wieder zurückkehrt. Sein Verhältnis zu sich selbst und zu den Menschen...

Albert Tullio Lieberg, Sohn eines estländischen Vaters und einer italienischen Mutter, wird in Mailand geboren. Er wächst im Ruhrgebiet auf - Gelegenheitsjobs und Sänger einer Punkrockband. Nach dem Diplom in Soziologie und Wirtschaft beendet er in London das Studium des lyrischen Gesangs. Es folgt parallel dazu die Promotion in Entwicklungspolitik an der Universität München. Nicht nur während seiner Ausbildung arbeitet er als Statist und Schauspieler für Theater und Film, als Kellner und Barmann, als Zeitungsbote, in Gärtnereien, als Landarbeiter auf Plantagen und als Montagearbeiter in Stahlwerken. In den neunziger Jahre zieht er nach Rom, später nach Barcelona. Seit über fünfzehn Jahren ist er immer wieder als Entwicklungsberater für die Vereinten Nationen in Krisengebieten tätig. Er schreibt Romane, Erzählungen, und Kurztexte.

ALBERT TULLIO LIEBERG
DER DREIECKIGE MENSCH
am Donnerstag, 29. August 2013
ab 21.00 Uhr
im ORi
Friedelstraße 8
U-Bahnhof Hermannplatz

Montag, 29. Juli 2013

Rückschau: Lesung am 15. August: MARIÄ HIMMELFAHRT

Christi Himmelfahrt kennen alle. Zumindest alle Männer: Das ist der schöne Herrentag, wenn die Väter, Onkel, Brüder und Gemahle mit den Leiterwägelchen voller Bierfässer singend durch die Heide ziehen und irgendwann hinter die Büsche fallen - bei der sogenannten Herrentagspartie handelt es sich übrigens um eine Berliner Erfindung und wissenschaftlich natürlich um eine der vielbedeutenden Initiationsriten "zur Einweihung der Jüngeren in die Sitten und Unsitten von Männlichkeit" (Wikipedia). Aber Mariä Himmelfahrt? Wenn überhaupt, dann wird da eher gepilgert, und zwar vorzugsweise auf Knien. Der Damentag ist jedenfalls noch nicht erfunden, vielleicht weil Leiterwägelchen zu Ballkleidern nicht stilecht passen. Oder weil das im Katholizismus mit dem Alkohol und auch mit den Frauen immer so eine Sache ist. Wer kennt schon die "Sitten und Unsitten von Weiblichkeit"? Aber es gibt ja auch ganz praktische Fragen: Wie hat man sich eine Himmelfahrt überhaupt vorzustellen? Wachsen einem Flügel? Kommt die Himmelsleiter ins Spiel? Oder erfolgt das heutzutage motorisiert - und gilt auf dem Weg nach oben dann rechts vor links? Diese und viele weitere Fragen werden mit Heiligenschein beleuchtet. MARIÄ HIMMELFAHRT
mit
Doris Wirth
Fräulein Dotty
Michael-André Werner
Rita Domeinski
Saskia Jaja
Yorck Kronenberg
am Donnerstag, 15. August 2013
ab 21.00 Uhr
im ORi
Friedelstraße 8
U-Bahnhof Hermannplatz

Rückschau: Lesung am 08. August: Frische Texte! - DRUCK

Kreatives Schreiben e.V. proudly presents: FRISCHE TEXTE!

Schreiben macht Spaß. Auch unter Druck: Zeitdruck, Themendruck, Gruppendruck. Dreißig Jugendliche haben Anfang August diese Erfahrung in der Schreibwerkstatt »DRUCK« gemacht.

Geschrieben wurde zum Thema und zu ganz anderen Anregungen: Geschichten. Und Stories. Auch Gedichte. Sogar Lieder. Wort-Gebilde. Interaktive Texte. Vielleicht ein Hörspiel. Texte, die doch gar keinen Namen haben. Aber fast alle haben nicht allein geschrieben. Sondern zu zweit. Oder zu dritt. Oder in kleinen Grüppchen. Oder großen. Vier dieser dreißig Jugendlichen lesen, was sie Anfang August geschrieben haben.

Die Werkstatt wurde unterstützt von der Aktion Mensch, Medienpartner war DAS MAGAZIN.

Frische Texte! - DRUCK

Es lesen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Werkstatt am Donnerstag, 8. August 2012
ab 21.00 Uhr
im ORi
Friedelstraße 8
U-Bahnhof Hermannplatz

Rückschau: Lesung am 04. Juli: DAVID NECCHI

Unerwartete Lieder über das Reisen, Leben, Verschwinden und Versinken, mal klassischer Folk, Honky Tonk oder experimentell, lärmend, ein Marktplatz in einen Abgrund rutschend: Ein Blues- und Folksänger an den Straßenecken Europas... Nach einigen Jahren unterwegs verlangsamt David Necchi sein Tempo, um manche seiner Texte und Gedichte zu Liedern zu formen. Im ORi gibt es ein Best-Of davon.

DAVID NECCHI
Gedichte - HoboBlues - SpokenWord -ExperimentalFolk - HonkyTonkLiedermacher
am Donnerstag, 04. Juli 2013
ab 21.00 Uhr
im ORi
Friedelstraße 8
U-Bahnhof Hermannplatz

Dienstag, 18. Juni 2013

Rückschau: Lesung am 20. Juni:
SARA GMUER
KARIZMA

Victoria hat aufgehört zu modeln, weil sie mit Mitte zwanzig nicht mehr als sechzehn durchgeht. Jetzt langweilt sie sich in Berlin. Als sie dem Rapper Said begegnet, wissen beide, dass sie den Rest des Lebens miteinander verbringen werden. Doch dann verschwindet Said bei einer Tournee in den Fluten des Mittelmeers. Auf die Trauer folgt die Einsamkeit, in der Victoria Said wiederzufinden glaubt. Und sie findet ihn – in seiner Sprache und seiner Musik.
Karizma spielt in der Berliner Hip Hop Szene und beschreibt authentisch und schonungslos Aufstieg und Fall der Rapperin Victoria. Karizma ist Lovestory, Hiphop- Video und Großstadt-Roadmovie, und so lässig und rasant, wie Sara Gmuer die Geschichte ihrer Heldin erzählt, wird schnell klar, dass die Straßen Berlins breiter sind als anderswo. Ein außergewöhnliches Romandebüt, in dem es ohne jede Spur von Kitsch um große Gefühle geht – laut, poetisch, sexy.

"Jeder, der Rap gerne mag, kennt dieses Gefühl: Mit der Stadt kämpfend durch die Straßen gehen, und dazu läuft Hiphop und der Euch-zeige-ich-es-Film. Sara Gmuer hat das Buch dazu geschrieben." Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

"Laut und witzig – ein absolut cooles Debüt." 1LIVE

"Ganz großes Kino im Kopf." rbb Fritz


© Janine Guldener

Sara Gmuer, geboren 1980 in Locarno, verbrachte ihre Kindheit in der italienischen Schweiz, ihre Jugend in Luzern. Mit siebzehn brach sie die Schule ab und reiste durch die Welt. 2002 beendete sie in Zürich die Schauspielschule. 2012 veröffentlichte sie ihren Debütroman Karizma, der bei orange-press erschienen ist.

SARA GMUER
KARIZMA
am Donnerstag, 20. Juni 2013
ab 21.00 Uhr
im ORi
Friedelstraße 8
U-Bahnhof Hermannplatz

Mittwoch, 5. Juni 2013

Rückschau: Lesung am 06. Juni:
SVEN KOCAR

[...] ich gab nicht auf, und sprach wenig später wieder eine vorbeigehende Frau mit den Worten an: „Entschuldigung! Können Sie mir sagen, wie spät es ist?“ Diese Frau, die immerhin kurz stehen blieb, erwiderte doch allen Ernstes: „Tut mir leid, ich habe kein Geld!“, bevor sie fluchtartig verschwand. [...]

Sven Kocar, Jahrgang 1980, ist gelernter Mediengestalter und hat sich im letzten Jahr als Fotograf und Autor nebenberuflich selbstständig gemacht. Solch merkwürdig anmutenden Reaktion erlebt er recht häufig, wenn er mit dem Rollstuhl unterwegs ist. Seine Kurzgeschichten erzählen von wahren Begegnungen mit Menschen, deren Verhalten ihm gegenüber man bestenfalls als abenteuerlich bezeichnen könnte. Natürlich würzt er seine Erlebnisse stets mit einer Priese Humor!

Die Lesung wird begleitet von einer Fotoshow mit Bildern des Autors. Da er aufgrund seiner körperlichen Einschränkungen, die Kamera ausschließlich mit den Füßen zu händeln vermag, entstehen meist völlig andere Blickwinkel, mit denen sich alltägliche Dinge in ungewohnter, fast rätselhafter Weise präsentieren lassen.

Sven Kocar · svocar.de
Ungewöhnliche Perspektiven in Bild und Text
am Donnerstag, 6. Juni 2013
ab 21.00 Uhr
im ORi
Friedelstraße 8
U-Bahnhof Hermannplatz