Samstag, 22. November 2014

Rückschau: Lesung am 04. Dezember:
STEPHAN ROISS
sterbenwiefliegenaberlustig

Ich werde Vater.
Ich werde nicht Vater.
Ich werde Vater.
Ich werde nicht Vater.
Ich werde in einer Einbauküche stehen, um Schnuller auszukochen.
Ich werde um den Globus jagen und jeder Tag wird ein Abenteuer sein.
Ich werde –

Wolfgang wollte seinen Zivilienst eigentlich bei den "Kinderfreunden" absolvieren. Gelandet ist er schließlich im Altersheim, wo er laufend mit Tollheiten, Torsionen und Toten konfrontiert ist. Und jetzt auch noch das: Die Regelblutung seiner Ex-Freundin ist seit zwei Wochen überfällig.
Stephan Roiss liest aus seiner Erzählung GRAMDING (Bibliothek der Provinz, 2012), die kürzlich ihre zweite Auflage erfahren hat.

“Der Erzähler vermittelt über die soziale Anklage hinaus sprachlich und narrativ klug die Spannungen beim Kampf um Eigenständigkeit, den Junge wie Alte führen. Er oszilliert zwischen kaltem Selbstschutz und Empathie, zwischen Tragik und Komik.”
Kulturbericht Oberösterreich

“Düster und komisch (…) überzeugender Erstling (…) ein sehr sympathisches und gewitztes Debüt”
Literatur und Kritik

"Man würde dieser pointierten, intelligenten Erzählstimme, die so souverän die Ereignisse Revue passieren lässt, sehr gerne länger zuhören.”
Schreibkraft

Stephan Roiss (*1983, Österreich) ist Autor, Musiker ("Fang den Berg", "&&&", "GIS Orchestra",...), Performer. Er schreibt vorwiegend Prosa, arbeitet aber auch in den Bereichen Graphic Novel, Theater und Hörspiel. Jüngste Auszeichnungen: 1.Preis Literaturwettbewerb der Akademie Graz 2013, Kunstförderstipendium der Stadt Linz 2014.

STEPHAN ROISS
sterbenwiefliegenaberlustig
am Donnerstag, 04. Dezember 2014
ab 21.00 Uhr
im ORi
Friedelstraße 8
U-Bahnhof Hermannplatz

Dienstag, 28. Oktober 2014

Rückschau: Lesung am 06. November:
ROBERT KLAGES
KRISTINA SCHIPPLING
CLEMENS SCHITTKO
KOMM MIR NICHT MIT HEIMAT

Sie ist eines der unübersetzbarsten Wörter der deutschen Sprache und hat keinen guten Ruf: Sie gilt als rückständig und verstaubt. Die Wissenschaft hat ihr ein neumodisches Mäntelchen übergeworfen unter dem Titel der lokalen oder regionalen Identität. Bemitleidet werden die, die sie losgeworden sind, von denen, die sie haben. Es gibt Lieder, Stuben, Trachten, Chöre, Blasorchester und manches mehr, das ihren Namen trägt. Dabei ist sie meist wenig mehr als ein Gefühl. In der Werbung der Supermärkte schmeckt sie nach Schweineschnitzel. Aber was ist sie nun, diese vielgelobte, vielgeschmähte Heimat? Lässt sich heute, in diesen mobilen, globalen Zeiten, wo sogar das Internet „eine Heimat sein kann“, darüber schreiben, oder lässt man es besser gleich?

Robert Klages, geboren 1984, Gründer, Veranstalter, Türstehen und Klomann der Lesebühne Sprechstunde:Nebensatz. Studium des Lesens und des Schreibens in Düsseldorf, Córdoba und Berlin. Tunichgut und Zechpreller in Berlin-Friedrichshain (arbeitet aber auch).

Kristina Schippling, geboren 1983 in Halle/Saale, wohnt in Berlin und promoviert derzeit an der Martin-Luther-Universität in Halle/Saale. Eigene Texte hat sie bisher in den Anthologien Anschluss halten! und Anschluss sichern! sowie in der Literaturzeitschrift Ort der Augen und im NaRr publiziert. Ihr erstes Buch mit dem Titel Drei Gesichter ist im Mitteldeutschen Verlag erschienen. Außerdem realisiert sie Film- und Theaterprojekte als freischaffende Künstlerin.

Clemens Schittko, geboren 1978 in Berlin/DDR. Ausgebildeter Gebäudereiniger und Verlagskaufmann. Arbeitete u. a. als Fensterputzer und Lektor. lauter niemand preis für politische lyrik 2010. Zuletzt erschienen: Und ginge es demokratisch zu (SuKuLTuR, Berlin 2011). Lebt in Berlin(-Friedrichshain).

ROBERT KLAGES, KRISTINA SCHIPPLING, CLEMENS SCHITTKO
KOMM MIR NICHT MIT HEIMAT
am Donnerstag 06. November 2014
ab 21.00 Uhr
im ORi
Friedelstraße 8
U-Bahnhof Hermannplatz

Rückschau: Lesung am 15. November:
HERBSTLESE.
LYRIK IM ORi


© Lea Schneider

Wo Wortwuchs grassiert, die Buchstabendichte ein fiebriges Zittern hervorruft, wenn sich Topicwolken finden & lösen auf Papier, Sound-Sprechakte aus Zungen in die Lüfte stemmen... ist gesunder Wahn am Ziel – mehrstimmig und wunschlos verdichtet.

Lea Schneider nähert sich ungefähren Objekten in einem universell anwendbaren Herbst und weiß, wo die Kühe hingehen, wenn sie abgelaufen sind. Mehr...? Im Verlaghaus J. Frank erschien just ihr Debütband Invasion Rückwärts.

Maria Natt dichtet ook op Platt. Wie Lea Schneider poetisch im Berliner Lyrik-Kollektiv G13 hochdeutsch sozialisiert, hat sie eine ganz eigene sprachschöpferische Ader in den Fluß gebracht, die ihre norddeutschen Wurzeln verrät: “wo schall ik allns övergahn? / över mien schadden, över mien trepp, över mien hart?”

Max Czollek – ort- und zeitreisender Poet & Performer mit lautmalerischem Nachdruck. G13 und das Verlagshaus J. Frank sind zwei seiner “temporary homezones”. Auszug aus reisenotiz, freitag: “straßenepilepsie: transportmittel leitet anfall in die körper aluminiumtüren, dahinter löcher wo luft schwer ist wie ostsee...”

Anna Hetzer bewegt sich im Berliner Lyrikraum bei G13 und im Netzwerk Babelsprech: "mit zwei sprachen im mund/ versuchst du zu sagen/ welche schritte/ von deinen füßen gefallen sind". Ein Debütband im J. Frank Verlag ist in Arbeit.

Lutz Steinbrück muss sich oft die Augen zu reiben, um sich im Blickdickicht zu orientieren und Schneisen zu schlagen für Fluchtpunkte & Perspektiven: “aus den Mündern / eingefallener Berater tropfen die Splitter einer Werkbank / in diesem Bild wächst das Feld von oben nach unten / halten die Entscheider ihre Aussichten aus dem Fenster...”. - bislang zwei Lyrikbände bei J. Frank und im Lunardi Verlag.

HERBSTLESE. LYRIK IM ORi
am Sonnabend, 15. November 2014
ab 21.00 Uhr
im ORi
Friedelstraße 8
U-Bahnhof Hermannplatz

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Rückschau: Lesung am 20. November:
MICHAEL ANDRÉ WERNER
KOPF HOCH, SPRACH DER HENKER

Der Vollidiot ist reif für die Insel – Tommy Jaud trifft Bill Bryson.

Nichts ist so schlimm, dass es nicht noch schlimmer sein könnte
Unbekanntes irisches Sprichwort

Sechs Wochen Irland im Luxushotel, literweise Guinness, mindestens drei willige Stipendiatinnen aus Spanien und endlich mal keine Sorgen um die prekäre Künstlerexistenz?
Pustekuchen.
Stattdessen: Eine Hotelruine in der irischen Einöde, keine Verbindung zur Außenwelt, kein Fluchtmittel, ein unzurechnungsfähiger Reiseleiter und im Keller ein toter Schwede. Und für Literaturstipendiat Karsten Kühne und seine Künstlerkollegen soll es noch schlimmer kommen...

»Klug, lakonisch, lustig. Und ein längst überfälliges Liebeslied auf das zweite Wohnzimmer, in dem der Tresen steht.«
Uli Hannemann über Ansichten eines Klaus

» [...] ein Schelmenroman aus der Mitte einer karnevalesken Kontrollgesellschaft«
Kolja Mensing für die taz über Schwarzfahrer

Der Berliner Autor Michael-André Werner, Ende der 1960er geboren, ist seit vielen Jahren Mitglied der Lesebühne Die Brutusmörder und liest regelmäßig bei Berliner Lesebühnen und Poetry Slams. Seine Texte wurden mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter dem Walter-Serner-Preis, dem Reinheimer Satirelöwen, dem Weißen Raben und einem Stipendium der Stiftung Preußische Seehandlung. Außerdem hat er ein siebenwöchiges Autorenstipendium in Irland überlebt.
Veröffentlichungen: Ansichten eines Klaus (2012), Schwarzfahrer (Roman, 2003), außerdem in Zeitungen, Zeitschriften und Anthologien. Weihnachten 2014 erscheint der von ihm herausgegebene Sammelband Niemand hat die Absicht, einen Tannenbaum zu errichten im Ullstein Verlag.

MICHAEL ANDRÉ WERNER
KOPF HOCH, SPRACH DER HENKER
am Donnerstag, 20. November 2014
ab 21.00 Uhr
im ORi
Friedelstraße 8
U-Bahnhof Hermannplatz

Freitag, 19. September 2014

Rückschau: Lesung am 16. Oktober:
CHRISTOPH GEISER
CHRISTOPH KLIMKE und
FRIEDRICH KRÖHNKE:
FERNWEH

Christoph Geiser hat mit Schöne Bescherung ein Berlin-Buch vorgelegt. Heiter und auch voller Angst, gern mit einer Zigarette in der Hand und auf ein Glas Wein, flaniert der Erzähler durch die Stadt und begibt sich auf die Reise in ferne Erinnerungen an die Jugend. Ein Experte des Fernwehs ist auch Friedrich Kröhnke. Sein neuer Roman Nach Asmara führt uns ans Ende der Welt. Wie der Autor selbst ist der Erzähler ein Getriebener auf dem Weg nach Bali, Japan, Panama, Rumänien, Indien und die USA. Christoph Klimkes neuer Lyrikband Fernweh führt uns weniger in exotische Länder als in das Innere. Fernweh kann auch Heimweh sein, Heimweh nach verlorenen Träumen, vernichteter Natur und vergessener Liebe.

CHRISTOPH GEISER
CHRISTOPH KLIMKE und
FRIEDRICH KRÖHNKE
FERNWEH
am Donnerstag, 16. Oktober 2014
ab 21.00 Uhr
im ORi
Friedelstraße 8
U-Bahnhof Hermannplatz

Dienstag, 9. September 2014

Rückschau: Lesung am 18. September:
Sachen mit Wœrtern
DUNST

Abendnebel, Raucherbereiche in Fortbildungscentern, Gischtkröten und Dunstabzugshauben: Um metaphorische und weniger metaphorische Schleier und andere Arten von Unschärfe geht es in der vierten Ausgabe des Berliner Literaturmagazins Sachen mit Wœrtern. Hier zeigt sich, was das unscheinbare Titel-Thema DUNST zu bieten hat und das nicht nur aus dem Blickwinkel literarischer Beiträge und Interviews, sondern auch in den Illustrationen des Künstlers Petrus Akkordeon. Im ORi gibt es eine Kostprobe aus dem buntgemischten Heft: Lyrik und Prosa aus der vierten Ausgabe von Sachen mit Wœrtern lesen an diesem Abend Kathrin Bach, Nina Dähn, Valentin Moritz, Jannis Poptrandov, Simone Scharbert und Mikael Vogel.

Sachen mit Wœrtern findet man bei Wordpress und bei Facebook. Alle bisherigen Ausgaben kann man außerdem online durchblättern.

Über die AutorInnen:
Kathrin Bach wurde 1988 in Wiesbaden geboren und studierte u. a. Literarisches Schreiben an der Universität Hildesheim. Sie schreibt Lyrik und Prosa und war Finalistin beim Prosanova-Wettbewerb 2011. Beiträge von ihr erschienen in Landpartie, poet und Wortwuchs.
Nina Dähn, 1977 in einer niedersächsischen Kleinstadt geboren, studierte in Berlin und Göttingen und schloss mit einem Diplom in Psychologie ab. Sie schreibt Lyrik und Prosa.
Valentin Moritz wurde 1987 in Niederdossenbach im Südschwarzwald geboren. Er studierte Germanistik, Hispanistik und Literaturwissenschaft in Berlin. Seitdem ist er auch auf kleineren Berliner Lesebühnen zu Hause – als Gast, Organisator und als Lesender.
Jannis Poptrandov, 39 Jahre alt, halb Grieche, halb Bulgare, geboren im Berliner Urban-Krankenhaus. Nach Rumgetingel durch die halbe Stadt nun wieder in Kreuzberg wohnhaft, keine Ahnung, wie er das geschafft hat. Hier und da kleine Veröffentlichungen, etwa in der Zeitschrift Abwärts!.
Simone Scharbert, 1974 im bayerischen Aichach geboren, studierte Politikwissenschaft, Philosophie und Neuere Deutsche Literatur in München, Augsburg und Wien. Sie lebt und arbeitet in der Nähe von Köln, Beiträge von ihr erschienen in Entwürfe und bei Poetenladen.
Mikael Vogel, 1975 geboren, lebt in Berlin. Im Verlagshaus J. Frank, Berlin, erschien im März 2014 sein vierter Gedichtband Morphine. Zur Zeit arbeitet er an einem neuen Gedichtband über ausgestorbene Tierarten: Dodos auf der Flucht.

Sachen mit Wœrtern
DUNST
eine Lesung mit Mikael Vogel, Simone Scharbert, Jannis Poptrandov, Valentin Moritz, Nina Dähn und Kathrin Bach
am Donnerstag, 18. September 2014
ab 21.00 Uhr
im ORi
Friedelstraße 8
U-Bahnhof Hermannplatz

Dienstag, 27. Mai 2014

Rückschau: Lesung am 05. Juni:
RALPH HAMMERTHALER
DER STURZ DES FRIEDRICH VOSS

Friedrich Voss ist ein begnadeter Chirurg. Mit dem Sozialismus hat er sich arrangiert - für ihn ist die DDR eine überschaubare Bühne für seine Selbstinszenierung. Aber der Direktor eines Krankenhauses an der Ostseeküste schafft sich mit seiner selbst-herrlichen Art auch Feinde. Und bald fragen die Ersten, warum seinen Vorhaben nie ein Stein in den Weg gelegt wird. Was hat es mit dem Gerücht auf sich, er sei bei der Stasi? Dann ist die DDR am Ende, und mit ihrem Sturz stürzt auch Friedrich Voss. Er stellt sich als parteilos hin und wird als Wendehals beschimpft. Für eine gütliche Einigung ist er zu stolz ...
Ralph Hammerthalers präziser, wirklichkeitsgesättigter Roman spürt einem Leben nach, das keine Grenzen kannte. Vielstimmig führt Der Sturz des Friedrich Voss die widersprüchliche Geschichte eines Landes vor, das längst Geschichte geworden ist - und immer noch nachwirkt.

Ralph Hammerthaler, geboren 1965 in Wasserburg am Inn, lebt als Schriftsteller in Berlin. 2002 erschien sein erster Roman Alles bestens, gefolgt von Aber das ist ein anderes Kapitel 2007 und Der Sturz des Friedrich Voss 2010. Seine Stücke und Opernlibretti wurden u.a. in Berlin, München, Düsseldorf, Osnabrück, Mexico City und Omsk, Sibirien, aufgeführt, zuletzt ein Gott eine Frau ein Dollar 2013 in München. 2006/2007 war er Gastdramaturg an der Berliner Schaubühne. Er war Stadtschreiber in Dresden (2011) und Rheinsberg (2012) sowie Writer-in-Residence in Prishtina, Kosovo (2013) und Split, Kroatien (2014). Kolumnist bei Theater der Zeit, schreibt er außerdem in der Süddeutschen Zeitung über spanische und lateinamerikanische Literatur. Er ist Socio Honorario des Teatro Sombrero Azul in Mexico City.

RALPH HAMMERTHALER
DER STURZ DES FRIEDRICH VOSS am Donnerstag, 05. Juni 2014
ab 21.00 Uhr
im ORi
Friedelstraße 8
U-Bahnhof Hermannplatz