Donnerstag, 8. März 2012

Aktuell: Lesung am 22. März: DER SECHSTE SINN

Voraussagen, Ahnungen, merkwürdige Begegnungen, Aufgespürtes



Der sechste Sinn – ist das, wenn man alle fünfe beisammen hat?
Oder ist es Paranoia?
Eine Grenzüberschreitung?
Eine Schlitzohrigkeit?
Magische Küche?
Oder etwas Alltägliches?
Drei Autorinnen und fünf Autoren lesen jeweils zehn Minuten von Voraussagen, Ahnungen, merkwürdigen Begegnungen, Aufgespürtes. Prosa.

Es lesen: Hans-Jochen Frühauf, Detlev Holland-Moritz, Rolf Kremming, Fritz Leverenz, Gert-Peter Merk, Birgit Ohlsen, Ilke S. Prick und Charlotte Worgitzki.
Es moderiert: Anja Tuckermann.

VS-Lesemarathon
DER SECHSTE SINN

am Donnerstag, 22. März 2012
ab 20.00 Uhr
im ORi
Friedelstraße 8
U-Bahnhof Hermannplatz

Eine Veranstaltung im Rahmen des 12. VS-Lesemarathons vom 19. bis 23 März 2012
Eine Veranstaltung des Berliner Verbandes deutscher Schriftsteller (VS) in der ver.di, Köpenicker Str. 30, 10179 Berlin

Vorschau: Lesung am 29. März: OLIVER G. WACHLIN - TOTENSONNTAG


09. November 1989: Westberlin versinkt im Chaos des Mauerfalls, und Hauptkommissar Knoop kann sein freies Wochenende vergessen. Auf den Straßen ist die Hölle los, und am Wannseeufer wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Sie trägt Schlittschuhe. Aber der Wannsee ist nicht zugefroren. Nicht mal ansatzweise.
Knoop muss ermitteln. Keine einfache Sache, wenn die Spurensicherung im Stau steckt und die Stadt in einer Schaumweinorgie untergeht. Wildfremde Menschen fallen sich in die Arme, Politiker beschwören mit Pathos das Ende der Teilung der Stadt. Doch Knoop glaubt nicht an ein Wunder, im Gegenteil: Er weiß, dass es in der DDR kaum motorisierte Fahrzeuge gibt. Und plötzlich bringen zigtausende von knatternden Trabis den Verkehr in der Stadt komplett zum Erliegen? Da stimmt was ganz entschieden nicht. Knoop ist sicher, der ganze Mauerfall ist ein Fake - ein cleverer Coup des Warschauer Paktes - eine getarnte Invasion der Russen. "Die öffnen die Mauer und Westberlin fällt! Ohne einen einzigen Schuss!"



Sie können unterschiedlicher nicht sein: Liliana Petkovic, Schwäbin kroatischer Abstammung, die stets dynamisch und zeitnah Ergebnisse sehen will und die neuen Bundesländer für „begrenzt entwicklungsfähig“ hält, und Romeo Schwartz, der gelernte Volkspolizist mit der dunklen Hautfarbe, der die Dinge am liebsten langsam und betulich, dafür aber umso überlegter angehen lässt. Ost-westliche Ressentiments und Missverständnisse machen den Ermittlern zu schaffen. Es knirscht und knackt mächtig zwischen beiden, und dennoch müssen sie, wie es die Petkovic ausdrückt, "als Team funktionieren." Zu viel steht für die Kriminalisten auf dem Spiel, "denn das Verbrechen schläft bekanntlich nie". Auch nicht im schönen Sachsenland.

Oliver G. Wachlin, Jahrgang 1966, lebt und arbeitet als freier Autor und Dramaturg in Berlin und kennt beide Seiten der ehemaligen Mauerstadt. Im Ostteil saß er wegen "versuchter Republikflucht" im Gefängnis, im Westen lebt er heute mit Familie an den Schauplätzen dieses Kriminalromans. Nach Tortenschlacht und Wunderland ist Grenzwärts sein dritter Kriminalroman für den Emons-Verlag.

OLIVER G. WACHLIN
TOTENSONNTAG
am Donnersta, 29. März 2012
ab 21.00 Uhr
im ORi
Friedelstraße 8
U-Bahnhof Hermannplatz

Vorschau: Lesung am 5. April: JAN WAGNER - RUND UM DEN KOMPASS


(c)Villa Massimo - Alberto Novelli

„Jan Wagner erneuert das Gedicht als kürzeste Gattung der Erzählkunst.“ FAZ

Sprache wird auf Kundschaft ausgeschickt. Australien zeigt den Lyriker Jan Wagner als Reisenden, rund um den Kompass und ans andere Ende der Welt, quer durch Raum und Zeit. "Man ist glücklich in Australien, / sofern man nicht dorthin fährt" - diese Verse von Alvaro de Campos hat Jan Wagner zum poetischen Programm einer Weltreise umgemünzt. Auch in Achtzehn Pasteten wandert ein Nomadenauge durch die Welt, das sich mit Vorliebe an Einzelnes, Flüchtiges heftet, das von Amerika bis nach Litauen blickt, hinauf zu den Sternen und hinab ins Bergwerk. Alle Jahreszeiten wehen durch dieses Panorama, am nachdrücklichsten der Winter mit dem Schnee, überall funkelt es, nicht nur am Esstisch, und ob die Pasteten das Zentrum dieser lyrischen Landschaft bilden, wird für manche Leser strittig bleiben.

Sprache wird auf Kundschaft ausgeschickt. Australien zeigt den Lyriker Jan Wagner als Reisenden, rund um den Kompass und ans andere Ende der Welt, quer durch Raum und Zeit. "Man ist glücklich in Australien, / sofern man nicht dorthin fährt" - diese Verse von Alvaro de Campos hat Jan Wagner zum poetischen Programm einer Weltreise umgemünzt. Auch in Achtzehn Pasteten wandert ein Nomadenauge wandert durch die Welt, das sich mit Vorliebe an Einzelnes, Flüchtiges, von Amerika bis nach Litauen blickt, hinauf zu den Sternen und hinab ins Bergwerk. Alle Jahreszeiten wehen durch dieses Panorama, am nachdrücklichsten der Winter mit dem Schnee, überall funkelt es, nicht nur am Esstisch, und ob die Pasteten das Zentrum dieser lyrischen Landschaft bilden, wird für manche Leser strittig bleiben.

Die Eulenhasser in den Hallenhäusern. Drei Verborgene ist gewissermaßen das Ergebnis von einem Jahr Rom: Jan Wagner hat ein dreifaltiges alter ego erfunden, drei Poeten, die für ihn hemmungslos Elegien aufs Papier werfen, das Korsett der Anagrammdichtung schnüren oder in der handfesten Sprache eines Bauern schwelgen: Philip Miller, Theodor Vischhaupt und Anton Brant. Jan Wagner selbst tritt als Herausgeber dieser drei Dichter auf, führt sie mit maßgeschneiderten Kurzbiographien ein und begleitet die Gedichte auch mit einem kommentierenden Apparat, samt Verweisen auf weiterführende Literatur. Ob es sich bei den drei Dichtern, die Jan Wagner als Herausgeber hier vorstellt, um wahrhaft existierende Größen handelt, ist ungewiss. Umso sicherer jedoch: Vers für Vers, Fußnote für Fußnote sind sie eine grandiose Erfindung.

Jan Wagner, geboren 1971 in Hamburg, lebt seit 1995 in Berlin. Lyriker, Übersetzer englischsprachiger Lyrik (Charles Simic, James Tate, Simon Armitage, Matthew Sweeney, Robin Robertson, Michael Hamburger u.v.a.) und freier Rezensent. 2001 erschien sein erster Gedichtband Probebohrung im Himmel. Es folgten Guerickes Sperling (2004), Achtzehn Pasteten (2007) und Australien (2010). Im Herbst 2012 erscheint bei Hanser Berlin der Gedichtband Die Eulenhasser in den Hallenhäusern. Drei Verborgene. Für seine Lyrik, die in dreißig Sprachen übersetzt wurde, wurde Jan Wagner vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Hölderlin-Preis der Stadt Tübingen und dem Kranichsteiner Literaturpreis. Im Jahr 2011 war er Stipendiat der Villa Massimo in Rom.


JAN WAGNER
RUND UM DEN KOMPASS
am Donnerstag, 05. April 2012
ab 21.00 Uhr
im ORi
Friedelstraße 8
U-Bahnhof Hermannplatz

Vorschau: Lesung am 12. April: METRO-POLINNEN KICK; KRIEG UND KATASTROPHEN


Aska und Renka – zwei Polinnen in Berlin. Die Küche ist der wichtigste Raum ihrer Wohnung. Hier geht es hoch her. Hier werden nicht nur polnische Bouletten gebraten, hier wird vor allem diskutiert. Wie ist das zum Beispiel mit der Verteilung von arm und reich – wie kann man überleben am Rand der Gesellschaft? Und wie steht es mit Helmut, dem argwöhnischen Nachbarn, und der deutsch-polnischen Völkerfreundschaft? Wie lebt es sich überhaupt als Migrantin in Deutschland zu Zeiten Thilo Sarrazins? Und wie ist das mit der Emanzipation und der idealen Frau – lieber das deutsche oder das polnische Modell – Treter oder Lackschuh? Fragen über Fragen, die Renka und Aska ihrem Alltag abgelauscht haben, und die sie in ihrer Küche in der Berliner Damaschkestraße ausgiebig diskutieren müssen. Das braucht so seine fünf Minuten... Oder auch fünf mal fünf Minuten - osteuropäischer Irrwitz. Aska und Renka nutzten jedes gängige Klischee und nehmen vordergründig ihre polenstämmigen Landsfrauen ordentlich auf den Arm. Sie beschränken sich aber nicht nur auf das Ausschlachten billiger Stereotypen, sondern halten auch der Gesellschaft den Spiegel vor.

METRO-POLINNEN
KICK; KRIEG UND KATASTROPHEN
am Donnerstag, 12. April 2012
ab 21.00 Uhr
im
Friedelstraße 8
U-Bahnhof Hermannplatz

Sonntag, 18. September 2011

Rückschau: Lesung am 15. März: LENA HACH - NEUE LEUTE, ALTE BEKANNTE?



Neue Leute, das sind eine Glücksbringerin, ein vergesslicher Vater, eine handybegeisterte Oma, ein Sammler von Augenblicken, eine Kapitänin, ein ausgesprochen hübscher Junge namens Phil, ein Ehepaar im Honeymoon, eine gewitzte kleine Schwester, ein kürzlich verstorbener Großvater, ein kürzlich geborenes Kind - und Salak, der ganz und gar kein Trottel ist.
Neue Leute, das ist ein Sammelband mit Kurzgeschichten, in denen all diese Figuren versammelt sind. Lena Hach wird einige der Geschichten vorstellen und Kostproben aus neuen Texten geben.

"Lakonisch, knapp, präzise und doch voll schwebender Poesie. Lena Hachs Geschichten zeigen uns Lesern spielerisch und unterhaltsam, wie wir Menschen funktionieren, wo unsere Defizite liegen. Eine Entdeckung!"
Hansjörg Schertenleib



Lena Hach, geboren 1982, besuchte nach dem Abitur eine Schule für Clowns und studierte anschließend Anglistik und Germanistik in Frankfurt/Main und Berlin/Spree. Nach einem Zwischenstopp am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel, hat sie es sich nun wieder zwischen Wilmersdorfer Witwen gemütlich gemacht. Am liebsten schreibt sie Kurzgeschichten für Erwachsene und Hörspiele für Kinder. Ihr Prosadebüt Neue Leute erschien im Frühling 2011 im Plöttner Verlag, im Herbst folgte in Mitherausgeberschaft das Sachbuch Wie kreatives Schreiben beflügelt- auf dem Weg zum Traumjob.

LENA HACH
NEUE LEUTE, ALTE BEKANNTE?
am Donnerstag, 15. März 2012
ab 21.00 Uhr
im ORi
Friedelstraße 8
U-Bahnhof Hermannplatz

Rückschau: Lesung am 08. März: SCHWESTERN ZUR SONNE ZUR FREIHEIT!



Dieses Jahr wird er 101 Jahre alt: Der Internationale Frauentag. 1911 fand er in Dänemark, Deutschland, Österreich-Ungarn und der Schweiz statt. Heute kennen ihn die meisten aus der DDR. was früher "Blaustrumpf" oder "Sufragette" hieß, wird heute als Emanze beschimpft. Lieber gleichberechtigt als später! lautet die Losung unverändert auch heute noch. Besonders die Gewerkschaften schreiben sich das gerne auf die Fahnen, und manchmal druckt die Post eine Briefmarke dazu.

Zum 08. März 2012 feiert "Ich fang nochmal an" den Internationalen Frauentag: Sieben Autorinnen schreiben über Einparken und Küchenhilfen, Frauenquoten und Herdprämien, das Erbe von Clara Zetkin und Rosa Luxemburg, über das Verbrennen von Büstenhaltern und die Karrierechancen als Gleichstellungsbeauftragte/r, über Depilation, rote Rosen, Strumpfhalter und Schokolade. Es gibt eine bunte Mischung von ironischen, gemeinen, kitschigen, satirischen, traurigen und verträumten Texten zum Thema und knapp daneben vorbei.

SCHWESTERN ZUR SONNE ZUR FREIHEIT!
Eine Lesung zum INTERNATIONALEN FRAUENTAG 2012
mit:
Birgit Bauer
Lisa Danulat
Agnieszka Debska
Silke Gersdorf
Christiane Kalss
Karolina Kuszyk
Yulia Marfutova

am Donnerstag, 08. März 2012
ab 21.00 Uhr
im ORi
Friedelstraße 8
U-Bahnhof Hermannplatz



Rückschau: Lesung am 01. März: STEINUNN SIGURDARDÓTTIR - CHRISTOPH KLIMKE - MARIO WIRZ FERNWEH



Mit den Mitteln der Poesie reisen Steinunn Sigurdardóttir, Mario Wirz und Christoph Klimke in andere Jahreszeiten und Landschaften. So unterschiedlich die drei Lyriker in Tonfall und Temperament sind: Verbündet sind sie in der Suchbewegung ihrer Gedichte, die Unterwegssein und Fremdsein thematisieren, Erfahrungen von Einsamkeit und Sehnsucht nach "Ankunft", und dem Wissen, dass es auch in den Fiktionen der Lyrik kein "Bleiben" gibt.

Steinunn Sigurdardóttir gehört zu den prominentesten Autoren Islands. Sie studierte Psychologie und Philosophie am University College in Dublin und debütierte im Alter von 19 Jahren mit dem Gedichtband Sífellur. 1995 erhielt sie den Isländischen Literaturpreis. International bekannt wurde sie mit ihren Romanen Herzort und Der Zeitdieb, der mit Emmanuelle Béart und Sandrine Bonnaire in den Hauptrollen in Frankreich verfilmt wurde. Zuletzt erschien im Rowohlt-Verlag Der perfekte Liebhaber.

Christoph Klimke ist seit vielen Jahren vor allem als Theaterautor bekannt. Etliche Uraufführungen in Berlin und Wien, Nürnberg und Heidelberg sowie zahlreiche Publikationen zu Pier Paolo Pasolini und Federico García Lorca. Klimke, der sich auch als Librettist von Hans Kresnick einen Namen gemacht hat, lebt als Schriftsteller und Dramaturg in Berlin. Er gehört zu den vielseitigsten Autoren der Metropole.

Mario Wirz absolvierte eine Schauspielausbildung in Berlin und war als Schauspieler, Regisseur und Theaterautor tätig. Seit 1988 lebt er als freier Schriftsteller in Berlin. Lyrik und Prosa von Mario Wirz wurden in mehrere Sprachen übersetzt. "Ein Virtuose des literaischen Kammerspiels", schrieb die Süddeutsche Zeitung. "Einer der begabtesten zeitgenössischen Literaten deutscher Sprache", urteilte die Welt. Der Autor, der seit 1985 Hiv-positiv ist und in diesen Jahren mit zwei Krebsdiagnosen konfrontiert wurde, leistet mit seinen Büchern sprachmächtig Widerstand gegen den Tod.

STEINUNN SIGURDARDÓTTIR - CHRISTOPH KLIMKE - MARIO WIRZ FERNWEH
Ein Lyrik-Abend
am Donnerstag, 01. März 2012
ab 21.00 Uhr
im ORi
Friedelstraße 8
U-Bahnhof Hermannplatz